Traditionen und Symbole

Viele unterschiedliche Traditionen prägen die Landschaft der Pfadfinder und Jugendbewegten in Deutschland. An dieser Stelle, versuchen wir ein par Dinge zu erklären, die des öfteren gefragt werden:

 ihr habt noch etwas das hier aufgeführt werden sollte? Dann her damit! :) wir freuen uns auf euren Input.

Man kann nie allen Traditionen in den Stämmen gerecht werden, und nicht alles ist „Erklärbar“ aber es ist auch unser aller Pflicht unsere Arbeit stets aufs neue zu reflektieren. Und unsere Bräuche, Rituale und Lebensart zu hinterfragen und unter Umständen auch neu aufleben zu lassen.

1. Die Lilie:

Gilt als Zeichen der Reinheit und ist das Symbol der weltweiten Pfadfinderbewegung. Sie ist in allen Bundes- bzw. Verbandsabzeichen zu finden. Ursprünglich sollte die Lilie eine Kompassnadel (engl. „arrowhead“) darstellen, die dem Pfadfinder den Weg weisen und seine Zielstrebigkeit verdeutlichen soll. Erst später bezeichnete man die Form dieser Nadel als Lilie, was von Baden-Powell wohl anfangs nicht so gedacht war (allerdings wurde auch der Begriff der „Lilie“ schon von ihm verwendet).

Die Lilie galt in der Antike als Zeichen der Reinheit. Die drei Spitzen der Lilie sollen an die drei Punkte des Versprechens erinnern und gleichzeitig an die Grundsätze der Pfadfinderarbeit:

Achtung vor Gott
Achtung vor dem Pfadfindergesetz
Achtung vor sich selbst und anderen (oder Staat und Gesellschaft)

(wandelt sich immer ein bisschen ab, je nach Stamm)

Das gleiche gilt auch für die drei Finger des Pfadfindergrußes….


2. Das VCP Zeichen:

Unser VCP Zeichen besteht aus 3 Teilen (immer diese 3 :) ).

VCP_Zeichen_Erklaerung

(Zum vergrößern einfach anklicken)


3. Die Kohte:

Geschichte der Kohte

Die heute im deutschsprachigen Raum bekannte Kohte stammt ursprünglich aus der Jungenschaft, einem Bund der KohteBündischen Jugend. Sie wurde um 1930 von Eberhard Koebel auf Basis der Zeltform der finnischen Samen entwickelt.
Das Zelt ist der samischen Sommer-Kåta (schwedisch für Kate, Kote oder katenförmiges Zelt) nachempfunden. Das Wort Ko(h)te ist sehr alt und stammt bereits aus der finnisch-ugrischen Ursprache. Dorthin dürfte es aus dem Indogermanischen gelangt sein und ist möglicherweise mit unseren Wörtern Haus und Hütte verwandt. Vergleiche auch das flämische Wort „Kot“ (Kate, Niederländisch „Hok“) und das englische Wort „cot“ (Hütte).
Konstruktion einer Kohte

Eine Kohte besteht in der Regel aus vier Baumwolltüchern. Diese lassen sich in Schlaufentechnik unter Verwendung von Regenabdeckleisten regendicht verbinden. Die Kohtenblätter werden an ein gebundenes Kreuz gehängt, das ursprünglich von einer Schere aus zwei Stangen gestützt wurde. Je nach Situation findet auch ein Mittelmast, an dem die Kohte hochgezogen wird, Verwendung. Die Schere oder der Mittelmast fällt nicht um, da sie/er durch Zug des Zeltes gehalten wird. Eine Kohte kann aber auch an einem Baum befestigt werden. Es entsteht durch zusätzliches Abspannen von vier weiteren Ecken eine insgesamt achteckige Grundform.

Eine Kohte hat keinen Boden und in der Mitte ein Rauchabzugsloch. Dadurch kann im Inneren ein offenes Feuer gemacht werden. Das Rauchloch kann mit einer Abdeckplane oder einem Poncho abgedeckt werden, um Feuchtigkeit abzuhalten.

Viele Jugendgruppen bemalen ihre schwarze Kohte großflächig mit farbigen, meist weißen Motiven. die Farbe schadet dabei mehr oder weniger dem Gewebe, das durch die Farbe brüchig wird. Der Erfinder Eberhard Köbel hatte vorgesehen, daß jede Gruppe auf ihrer Kohte einen individuell gestalteten, farbigen Ornamentstreifen anbringt. Die übrige Kohte sollte schwarz belassen werden. Mittels eines 30 cm breiten weißen Stoffstreifens, der 50 cm von der Unterkante entfernt angenäht wird, wird ein bemalbarer Untergrund geschaffen und danach mit den Farben blau, rot, grün und gelb bemalt. Heute gibt es nur wenige Gruppen, die sich diese Mühe machen, zumal die Kohten ohne Ornamentstreifen ausgeliefert werden.


4. Pfadfinderwimpel und Fahnen

Jede Sippe wählt sich ein „Totemtier“, das auf einem Wimpel abgebildet wird.
Der Begriff „Totem“ kommt aus der Völkerkunde. Bei sämtlichen Naturvölkern dieser Erde, bei den Indianern oder Eskimos, bei den Buschmännern und Feuerländern, ist das Totem ein Tier, ein Baum oder eine Pflanze – in jedem Fall Waschbaeraber ein Wesen aus der Natur – von dem sich die Eingeborenen magische, zauberische Einflüsse auf einzelne Personen oder Gruppen, auf eine Familie, einem Dorf oder Kriegertrupp, erwarten und das wie ein Dämon oder eine Schutzgottheit verehrt wird.

Nun glauben Pfadfinder nicht an Dämonen, noch haben sie etwas mit dem Kriege zu tun. Das Totemtier einer Pfadfindersippe hat andere Zwecke:

Erstens soll es durch seine besonderen Eigenschaften – durch Mut, Schnelligkeit und Ausdauer etwa – Vorbild sein, und zweitens soll es deinen Forscherdrang wecken und deine Beobachtungsgabe schärfen. Denn BiPi sagte, dass du dein Totemtier in der Natur draußen, in Wald und Flora beobachtest oder seine Spuren verfolgst bist du alle seine Gewohnheiten kennst.

Deshalb soll dein Totemtier bzw. das Totemtier deiner Sippe kein exotisches Lebewesen sein – ein Panther oder ein Bär etwa -, sondern in deiner Heimat vorkommen.
Im Laufe der Zeit hat jedoch BiPi´s ursprüngliche Idee des Totemtieres eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Gelegentlich wählen heutzutage junge Pfadfinder nicht mehr Tiere, sondern Menschen als Sippen- oder Stammesvorbilder: den aufopferungsvollen Urwaldarzt Dr. Albert Schweitzer etwa oder den Forscher Henry Morton Stanley, der sich nicht entmutigen ließ, den in Afrika verschollenen David Livingstone zu suchen und zu finden. Vereinzelt haben Pfadfinder auch kuriose Totem „Tiere“, wie z. B. Donald Duck oder Asterix. Vorbildlich scheinen ihnen wohl die Fröhlichkeit und der Witz dieser modernen Fabelwesen zu sein. Andere Sippen / Gruppen oder Stämme geben sich z.B. auch Namen aus Legenden und Geschichten, z.B. Ritternamen.

Meuten, die nach der Dschungelbuchidee arbeiten, benennen sich beispielsweise nach den Charakteren aus dem meute_mangDschungelbuch (Kaa, Rikki-Tikki-Tavi, Balu, Bagheera etc…).

Der Wimpel ist das Erkennungszeichen der Sippe und der Meute. Der Wimpel sollte nicht in den Dreck fallen (einige Stämme verbrennen ihn dann). Alle aus der Sippe haben darauf zu achten, dass der Wimpel immer dabei ist und nirgends vergessen und erst recht nicht geklaut wird. Es ist eine besondere Auszeichnung, das Totemtier – den Wimpel der Sippe oder des Stammes – tragen zu dürfen…

Die Fahne ist das Erkennungszeichen des Stammes, der Region, des Verbandes usw. In der Christlichen Pfadfinderschaft, welcher auch der VCP angehört, tragen die Stämme meistens Namen von Heiligen, Völkern oder berühmten Forschern und Entdeckern oder auch anderen berühmten Personen die sich um die Menschheit verdient gemacht haben. Nicht selten werden, (gute) Ritter zum Namenspatron von Stämmen erkoren.

Bräuche im VCP:

Fahnen von Stämmen (und höheren Ebenen) werden nach altem Brauch, den es schon im Mittelalter gab, vor der Benutzung von einem Geistlichen gesegnet.
Wimpel von Sippen oder Meuten sollten bei einer feierlichen Runde zusammen mit der dazugehörigen Sippe/Meute in einen Stamm aufgenommen werden.
z.B. könnte der Stammesführer ein paar Worte sagen und dann der Sippen- oder Meutenführer als symbolisches Zeichen den Speer mit dem Wimpel neben die Stammesfahne stecken, der Stammesführer könnte die Meute / Sippe dann mit den Worten „Hiermit nehme ich die Sippe/Meute …… in den Stamm……. auf“ (dabei entrollt er den bis dahin noch zusammengerollten Wimpel) in den Stamm aufnehmen.

Beim nähen oder sticken des Wimpels ist darauf zu achten, dass auf der einen Seite das Sippentier (Blickrichtung Richtung Schafft/Speer, denn das Tier soll ja mit der Gruppe ziehen und nicht den Anschein erwecken das es vom Träger fliehen will) angebracht ist und auf der anderen Seite das VCP Zeichen.


5. Die Kluft:

Die Kluft ist es, an der man den Pfadfinder am ehesten erkennt. Obwohl sie tatsächlich militärischen Ursprungs ist (sie wurde den Diensthemden südafrikanischer Polizisten nachempfunden), wird sie fälschlicherweise oft als „Uniform“ bezeichnet, was sie aber nicht sein soll und darf. Rangabzeichen wird man auf einer VCP-Pfadfinderkluft vergeblich suchen. Sir Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, benötigte 1907 eine einfache und praktische Kleidung für seine Boy-Scouts und hielt diese Form für geeignet.

Hier zunächst 6 gute Gründe, warum wir überhaupt eine Kluft tragen:

  1. Sie ist Erkennungszeichen der Pfadfinder in der Öffentlichkeit, denn viele Menschen erkennen uns erst, wenn wir in Kluft auftreten als Pfadfinder(innen). Ein gewisser Werbeeffekt ist dabei auch durchaus beabsichtigt
  2. Sie ist Erkennungszeichen der Pfadfinder untereinander, denn in Deutschland gibt es viele verschiedene Pfadfindergruppierungen (Bünde und Verbände). An der Farbe des Hemdes und der Bundeslilie auf der Brusttasche erkennt man die Bundes-/Verbandszugehörigkeit des Trägers
  3. Sie verdeckt soziale Unterschiede, denn in einer Zeit, wo es notwendig zu sein scheint, dass man teuere Klamotten trägt, um von anderen anerkannt zu werden, ist die Kluft geeignet diese äußeren Unterschiede in der Gruppe zu verdecken. Bei uns kommt es nicht auf die Marke der Kleidung und ein teures Outfit an
  4. Wichtig ist der Mensch in der Kluft und nicht sein Äußeres
  5. Sie ist Symbol unserer Gemeinschaft, denn ebenso wie ein Trikot in einem Sportverein die Zugehörigkeit zu einer Gruppe erkennen lässt, ist die Kluft das Symbol der weltweiten Gemeinschaft der Pfadfinder(innen
  6. Sie ist Arbeitskleidung für alle Gelegenheiten, damit auf Lagern und Fahrten nicht die besten Klamotten eingesaut werden. Zudem lässt sich das Halstuch, welches standardmäßig zur Kluft gehört, sehr vielseitig einsetzen. Militärkleidung, die ebenfalls sehr strapazierfähig ist, wird bei uns nicht gerne gesehen.

In vielen Bünden und Stämmen sollte die Kluft „schlicht“ getragen werden.Vielleicht können sich manche Kinder ein Lager oder ein großes „Event“ nicht leisten. Deswegen könnte man doch einfach, seine ganzen Lager und Tauschabzeichen z.B. auf eine Lagerdecke oder einer Kohtenstoffweste nähen. Auf der nächsten Fahrt oder dem nächsten Lager kann man sowas sicher mal gebrauchen :) …. nur so als Anregung.

 

Und so könnte sie aussehen: (Achtung: auch hier wieder….viele Stämme viele Traditionen)

1. Linke Brusttasche ist die VCP Lilie zu tragen

2. linker Ärmel Wahlweise WAGGGS oder WOSM oder da wir in einem Verband sind der beiden Weltverbänden angehört auch beide möglich

3. Über der linken Brusttasche das Deutschlandband mit Europafahne oder Adler (bei manchen Stämmen gibt es dieses Band erst, vor der Ersten Großfahrt ins Ausland

4. Rechte Brusttasche kann z.B. ein Lagerbadge getragen werden. Empfehlungen um eine „Weihnachtsbaum“ Kluft zu vermeiden, ist das dieses ein Jahr nach dem Lager / Fahrt wieder abgemacht wird

5. Auf dem rechten Ärmel ist Platz für z.B. ein Pfadfinder Abzeichen nach Wahl (Stammesabzeichen, Regionsabzeichen, oder sonstiges)

6. Knappen/Späher/Kreuzpfadfindernadeln werden bei der Aufnahme an der linken Brusttasche angesteckt, rechts vom Taschenknopf ganz außen.

Kluft

 

Letztendlich ist dies alles nur eine Empfehlung. Im VCP darf generell erstmal jeder seine Kluft so tragen wie er möchte.


 

6. Leiten vs. Führen:

Der Begriff „Führer“ ist in Deutschland nicht ohne Vorbehalt zu gebrauchen. Zu tief sind noch die Erinnerungen an das 3. Reich. Mit diesem Führer haben unsere Führer jedoch überhaupt nichts gemeinsam.
Der Begriff „Führer“ wurde in der bündischen Jugend von Anfang an benutzt. Der Führer geht der Gruppe voran, weist den Weg, geht den Weg mit, ist Vorbild und Kopf der Gruppe. Zum Führen gehört das freiwillige Folgen, kein Befehl und Gehorsam. Ein Führer wird nicht einfach gewählt. Das Kind sucht sich seinen Führer und folgt ihm, so lang er ihm vertraut. Führung funktioniert nur durch Vertrauen und nur wer sich dem Vertrauen würdig erweist kann Führer sein und Führer bleiben. Erlischt das Vertrauen, erlischt auch der Führungsanspruch. In unseren Gruppen haben „Diktatoren“ (und diese findet man in allen Vereinen) keine Chance.
Die Nazis haben den Begriff „Führer“ missbraucht und pervertiert. Ihr Führer führte mit Gewalt und nicht durch Vertrauen. Die Führer in den Nazi-Organisationen wurden von Oben eingesetzt und erhielten ihren Titel nicht durch freiwillige Gefolgschaft. Im übrigen hießen viele andere „Obernazis“ nicht Führer sonder z.B. Gauleiter oder Reichsprobagandaleiter oder Stabsleiter. Ihr seht, auch das Wort Leiter dürfte man eigentlich nicht mehr verwenden.

Wir wollen den Begriff „Führer“ zu seiner ursprünglichen positiven Bedeutung zurückführen. Aber warum benutzen wir nicht einfach einen unbelasteten Begriff?
Weil es in der deutschen Sprache keinen Begriff gibt, der das, was wir meinen, so gut ausdrückt, wie der Begriff „Führer“. Titel wie „Vorstand“, „Vorgesetzter“, „Trainer“, „Jugendwart“ fallen von vornherein weg. Sie passen nicht zu unserer jugendbewegten Einstellung. Eine selbstbestimmte Jugend lässt sich nicht warten, wie Material. Es bliebe der Begriff „Leiter“. Ein genauer Vergleich, der hier nur angedeutet werden kann, zeigt jedoch, dass der Begriff „Leiter“ weniger zu dem passt, was wir meinen. Führer und Leiter werden in der deutschen Sprache zwar oft als Synonyme gebraucht, (beide heißen im englischen „leader“) sie bedeuten jedoch etwas anderes. Schaut man im Wörterbuch unter „führen“ nach, so steht da:

„Jemandem den Weg, eine Richtung zeigen, indem man mit ihm geht oder ihm vorangeht; einem Menschen in eine bestimmte Richtung in Bewegung setzen und zu einem Ziel bringen; jemanden begleiten oder geleiten.

Bei „leiten“ findet man folgende Beschreibung:

„Machen das etwas an eine bestimmte Stelle kommt, in eine bestimmte Bahn lenken, hinweisend führen.“

„Führen“ geht mehr in Richtung „begleiten“. „Leiten“ dagegen, geht mehr in die Richtung „lenken“. Der Führer ist also derjenige, der mich auf meinem Weg begleitet, der mit mir geht und mir den Weg weist. Der Leiter ist ein Lenker. Er hat die Strippen in der Hand. Er bewegt mich. Er bestimmt mein Handeln. Wir wollen aber als freie Menschen weder gelenkt, noch geleitet, sondern nur geführt werden. In der Beschreibung des Wortes „führen“ kommen drei Begriffe vor, die für das Leben in einem Bund sehr wichtig sind. Es sind die Begriffe „Weg“, „Richtung“ und „Ziel“.
Einen Weg   den wir gemeinsam beschreiten. Ein Weg, der in viele Richtungen geht, der aber nur ein Ziel hat, nämlich den mündigen , selbstbestimmten Menschen.

Führen vs. leiten… die Frage konnten wir an dieser Stelle auch nicht abschließend  klären, aber vielleicht einen kleinen Einblick in die Begrifflichkeiten schaffen und versuchen beide „Seiten“ zu verstehen. Verwendet einfach die Begrifflichkeiten, bei denen es euch „besser geht“. Und wenn ihr die Fraktion seid, die Sippen und Meuten und Stammes und Regionsführer usw. sagt, dann habt ihr nun vielleicht ein par Argumente an der Hand, wenn die Thematik mal wieder auf kommt.


 

7. Warum singt ihr so komische Lieder?

Die Wandervögel wandten sich vor nun über 100 Jahren gegen die Technisierung unseres Lebens. Sie wollten zurück zum Ursprung und zurück zur Natur. Auf der Suche nach alten Traditionen entdeckten sie das Volkslied und den Volkstanz und übernahmen beides in ihre Gruppenkultur. Diese Tradition haben wir uns bis heute bewahrt.

Den Untergang unserer Kultur, den die Nazis bewirkt haben, hat die Literatur und die ernste Musik zum Glück überlebt. Das Volkslied ist dabei auf der Strecke geblieben. „Wo sind eure Lieder?“, fragten Liedermacher der 68er-Bewegung.

Es ist traurig, dass unsere Kultur die Verbindung zu diesen alten Liedern verloren hat und dass Volkslieder nur noch in der Volksverblödenden Maschinerie der Volksmusik zu finden sind. Wir bitten darum das Volkslied vom Begriff „Volksmusik“ zu trennen. Die Volkslieder haben mit der Bierdünstenden, heilen Welt dieser Musikindustrie nichts zu tun.

Zum Volkslied kamen von Anfang an auch eigene Lieder, der Wandervögel, der Pfadfinder, der bündischen, der Jungenschaftler, usw. Im Widerstand gegen die Nazis entstand ein Liedgut, das heute nicht so einfach verstanden wird. Teilweise werden diese Lieder als gewaltverherrlichend oder gar rechts interpretiert. Wer um ihre wahre Bedeutung weiß, kann sie jedoch mit Inbrunst singen.

Auf den Großfahrten durch alle Länder kamen Lieder aus den unterschiedlichsten Kulturräumen hinzu. Unser Liedgut ist so reichhaltig und passt so gut zu unserer Fahrten- und Lagerfeuerromantik, dass wir auf „Moderne“ Pop- und Rockmusik verzichten können.

Wer beim Blättern durch unsre Liederbücher auf Lieder stößt, die ihm gewaltverherrlichend, rechts, oder aus irgendwelchen anderen Gründen merkwürdig erscheinen, der informiere sich erst einmal, bevor er die Sänger und Sängerinnen verurteilt. Denn viele unserer Lieder handeln von Romantik, von Widerstand, vom Kampfe gegen ein totaliteres Regime und von der Sinnlosigkeit des Krieges. Viele sind in einer Zeit entstanden, wo die Worte die gewählt sind, nichts außergewöhnliches waren.


8. Der Pfadfindergruß

ist ein Gruß, den sich Pfadfinder weltweit geben. Beim Pfadfindergruß reicht man sich die linke, „vom Herzen“ grusskommende Hand, während die rechte etwa auf Schulterhöhe empor gehoben wird. Dabei weisen Zeige-, Mittel- und Ringfinger nach oben und der Daumen legt sich auf den kleinen Finger. Teilweise ist es üblich den Arm zum Kopf anzuwinkeln, wenn eine Kopfbedeckung (Pfadfinderhut, Barett) getragen wird. Als Grußformeln werden in deutschsprachigen Ländern Allzeit bereit oder Gut Pfad verwendet, international bekannt ist das englische Be prepared (Sei(d) bereit).Das Zeichen der rechten Hand hat folgende Bedeutung:Die drei aufrechten Finger stehen für die drei Punkte des Pfadfinderversprechens – Verpflichtung gegenüber Gott, Verpflichtung gegenüber Anderen /Staat und Gesellschaft und Verpflichtung gegenüber sich selbst/dem Pfadfindergesetz – und für die drei Blätter der Lilie, beziehungsweise des Kleeblatts (welche für jeweils dieselbe Bedeutung stehen). In einigen Pfadfinderbünden existiert auch die Interpretation treu, ehrlich und hilfsbereit.Der Daumen (der Starke) schützt den kleinen Finger (der Schwache).

 


 

9. Der Pfadfinder-Handschlag 

Pfadfinder reichen sich zur Begrüßung, im Gegensatz zum gewöhnlichen Händeschütteln die linke Hand.Dafür gibt es pfadfi3verschiedene Erklärungen. Zum einen heißt es, die linke Hand kommt von Herzen und soll die brüderliche und herzliche Gemeinschaft zeigen, zum anderen gibt es folgende Geschichte: Baden-Powell wechselte eines Tages mit dem afrikanischen Häuptling Pempreh, den er im Gefecht besiegt hatte, einen Händedruck. Da bot ihm der andere die linke Hand an. Als sich Baden-Powell nach dem Grund erkundigte, erklärte ihm der Häuptling, dass nur die Tapfersten der Tapferen und die Treuesten der Treuen sich in dieser Art die Hände reichen, weil es bedeute, den Schild herunterzunehmen. Diesen Gedanken fand Baden-Powell so gut, dass er später den Pfadfindergruß mit der linken Hand einführte. Den Schild herunternehmen, wie der afrikanische Häuptling sagte, bedeutet aber noch mehr: Offen, ehrlich und wahr treten wir dem Anderen gegenüber, dem wir die linke Hand reichen. In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ist es üblich, den kleinen Finger der linken Hand beim Handschlag abzuspreizen. Dadurch sind die Hände zusätzlich ineinander verschränkt, was die (weltweite) Verbundenheit symbolisieren soll. Eine andere Erklärung führt dies auf ein übliches Erkennungszeichen im frühen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zurück. Spreizt man den kleinen Finger ab, der andere jedoch nicht, bemerkt man es nur selbst, der Finger des Anderen fährt ins Leere.


 

10. Der Wölflingsgruß

Bei den Wölflingen, den Jungen (und teilweise auch Mädchen) zwischen 7 und 10 Jahren, gibt es an Stelle des Pfadfindergrußes den Wolfsgruß, dabei werden Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand auseinander gespreizt, um die Wolfsohren zu symbolisieren; der Daumen schützt auch hier den kleinen Finger, und den Ringfinger dazu (Der Große schützt den Kleinen).


 

11. Unser Landeslied (ehemals Bundeslied)

Was wenn nicht diese Liedzeilen drücken die Verbundenheit zu unserer christlichen Pfadfindergemeinschaft aus? Was wenn nicht dieses Lied drückt aus, das wir zueinander stehen? wahrhaft im Handeln, treu in der Gemeinschaft.

Kein Lied das man nur „Am Ende“ von etwas singt, wir können es immer singen. Am Anfang, in der Mitte oder einfach nur so, weil wir Lust drauf haben. Ein schönes Lied, das viele Teile des Pfadfindergesetztes, unseres Versprechens und unserer Lebensart ausdrückt. Liebe Brüder und Schwestern… ALLZEIT BEREIT!

Unser Landeslied

Unser Liedeslied

(Zum Vergrößern einfach anklicken)


 

 

ihr habt noch etwas das hier aufgeführt werden sollte? Dann her damit!  :) wir freuen uns auf euren Input.